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Berufsbild Logopäde / Logopädin

Quelle: Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

Das Berufsbild Logopäde / Logopädin

In der Bundesrepublik Deutschland leben ca. 1.000.000 behandlungsbedürftige sprach-, sprech-, stimm- und hörgestörte Menschen. Ohne Therapie bleiben diese Patienten für ihr weiteres Leben wesentlich beeinträchtigt; ihre soziale und berufliche Existenz ist häufig bedroht. Oft sind Kontaktschwierigkeiten und Vereinsamung die Folge.

Daher ist für die Betroffenen eine Behandlung durch Logopädinnen / Logopäden unverzichtbar.

Der Beruf der Logopädin / des Logopäden gehört zur Gruppe der nicht-ärztlichen Medizinalfachberufe. Aufgabe eines Logopäden ist es, durch eine gezielte Behandlung die Kommunikationsfähigkeit von Patienten aller Altersstufen (Säuglinge, Vorschul- und Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene) aufzubauen, zu verbessern oder wiederherzustellen. Im Rahmen der Früherkennung nehmen auch präventive Maßnahmen einen immer größeren Raum ein.

Seit Oktober 1980 ist das Berufsbild der Logopäden gesetzlich geregelt und die Berufsbezeichnung "Logopädin / Logopäde" gesetzlich geschützt.

Es gibt zur Zeit 7200 Mitglieder im dbl, davon sind ca. 1400 in der Ausbildung. Die anderen sind ordentliche Mitglieder, es gibt also 5800 Logopäden. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 90% aller Logopäden Mitglied im dbl sind.

Aufgaben und Tätigkeitsmerkmale

Logopäden arbeiten in ihrem Bereich selbständig und eigenverantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit dem Arzt und auf dessen Verordnung erheben sie eingehend die spezifische Vorgeschichte (Anamnese) und den logopädischen Befund (Befunderhebung) des Patienten, wozu inzwischen eine Vielzahl von objektiven Untersuchungs- und Testverfahren zur Verfügung stehen. Aus den verschiedenen therapeutischen Konzepten wählen Logopäden schließlich das für den jeweiligen Krankheitsfall und die Persönlichkeit des Patienten geeignete Verfahren aus und führen unter Beobachtung und Berücksichtigung der auftretenden Veränderungen die Behandlung mit dem Patienten durch (Therapie). Sie bezieht sich auf die störungsspezifischen Merkmale der jeweiligen Krankheit, auf die individuelle Befindlichkeit des Patienten und auf seine psychosoziale Situation. Ein patientenorientierter störungsspezifischer Therapieplan wird mit Patienten und Angehörigen abgesprochen. Die Beratung von Angehörigen ist Teil jeder logopädischen Therapie und wirkt sich auf die Durchführung der Therapie und ihren Erfolg aus.

Um die Kommunikationsfähigkeit und die sozialen Möglichkeiten des Patienten zu verbessern, wird die psychosoziale Situation in die Therapie miteinbezogen. Bei vielen kindlichen Sprachstörungen und Stottern kann Elternarbeit - die Beratung und das Training der Eltern - den Schwerpunkt der Therapie darstellen. Die logopädische Therapie wird krankheitsspezifisch einzeln mit dem Patienten oder in Gruppen durchgeführt.

Zum Aufgabenbereich der Logopäden zählt auch die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden unter Einbeziehung aktueller medizinischer, sprachwissenschaftlicher, psychologischer und pädagogischer Erkenntnisse.

© 2016 Logopädische Praxis Stefan Koch